14 September 2017

Von Besigheim, Speyer, Frankenstein, Trier und dem Urnenpöbel

Schon eine Woche allein auf der Bahn. Stürmische Regenböen peitschen über die Autobahn. Das Solarpanel erntet nicht das Kilowatt, was Rechner, SAT-TV und Sparlampen in 24 Stunden verbrauchen. Natur, Städte und Straßen sind allemal entspannender als Internet- und TV-Nachrichten. Sich dem hypnotischen Hokuspokus von sakraler Kunst und klassischer Musik hinzugeben, schärft und schult die Sinne für Schönes wie für die dreijährige Facebook-Freundschaft zu Akif Pirincci.


Wen das Wort nicht schlägt, den schlägt auch der Stock nicht. Sokrates


Das ist kein Angriff des tschechischen Albatros-Jet auf mein WoMo sondern der Blickfang bei der Einfahrt zum Caravan-Camp am Technik-Museum in Speyer.


Sonntag klart der Himmel auf. Ein verhangener Herbsttag lädt zur Weiterreise. Die Fahrt soll nach Heilbronn zum nächsten Stellplatz gehen. Doch die Autobahn ist unerwartet voll. Stockender Verkehr hält auf. So bemerkt der Rentner den Reiserummel am letzten Ferientag. Hundertausende machen sich auf den Heimweg. Mehr als zwei Stunden auf dem Bock zu sitzen bei stockendem Verkehr, nimmt mir die Reiselust. An der Autobahn lockt ein Schild

"Besigheim Fachwerk und Wein."


Mit neuen Koordinaten führt mich das Navi zum Stellplatz in Besigheim - noch sechs Kilometer zum Ziel. Das lässt sich schaffen.


Der Stellplatz überrascht mich mit einer Reisegruppe aus Schottland. Mit Kind und Kegel, Waschmaschine, Grill und Mikrowelle haben sich die Reisenden ausgebreitet.


Rothaarige Burschen lassen einen irisch-englischen Einschlag vermuten. Iunge, attraktive Frauen kümmern sich um Haus und Hof. Eine wäscht eine große Matte. Eine Matrone ruft die Kinder zurück, welche sich zu weit aus ihrem Blickfeld entfernen. 




Nicht weit vom Stellplatz locken Türme und Fachwerkbauten. Das Wetter hat sich sonntäglich rausgeputz. Die Sonne kämpft sich durch wattig weiße Wolken. Weinreben mit Lichterketten spannen sich über die Straßen.



Am Sonntag feiern Bayern und Baden-Würtemberg den "Tag des Denkmals". Das berechtigt Besucher, Baudenkmäler und Sehenswürdigkeiten kostenlos zu erforschen. Mir kommt das Angebot recht, um den Schochenturm zu besteigen. Neben dem Turm steht die evangelische Stadtkirche, deren Bau im Jahr 1383 begann. Doch zuerst verschafft mir der Anstieg auf den Schochenturm einen Überblick über Deutschlands "schönsten Weinort", welchen Zuschauer des MDR 2010 gewählt haben.


Unter mir liegt das lange Kirchenschiff der evangelische Stadtkirche. Mein Blick wandert über die Weinberge, deren Reben kurz vor der Ernte in sattem Blau in der Sonne glänzen. Die verwinkelten Gassen erinnern an ähnliche mittelalterliche Städte, welche in bestem Zustand Besucher begeistern.



Dass die Handelskette LIDL und auch Google Bilder von Kirchtürmen mit weg retouchierten Kreuzen veröffentlichen, empört selbst einen ausgemachten Atheisten wie mich, der mit 18 Jahren 1966 seine Mitgliedschaft in der protestantischen Sekte kündigte.



Während meine Kamera die wundervolle Aussicht auf Besigheim einfängt, ruft meine Frau an. Sie empört sich über die Briefwahlunterlagen. Denn ihr angekreuzter Wahlschein sei doch eindeutig mit dem Begleitbrief ihrer Person zuzuordnen. Sie wolle aber niemandem verraten, wen sie wählt. Fürchtet sie Nachteile, wenn sie nicht System konform abstimmt? Meine schwachen Argumente über das Wahlverfahren überzeugen sie nicht so recht. Doch angesichts meiner knappen Luft nach dem Turmaufstieg entlässt sie mich aus dem Gespräch.


In dieser waldigen Nische zoomt das Tele vom Turm auf den Stellplatz. Zwischen einer Minigolfanlage und einer Skatebord-Bahn tummeln sich zahlreiche Wohnanhänger der irisch, schottischen Reisegruppe und mein schmalbrüstiges Wohnmobie im Sonnenschein - mit freier Sicht der TV-Antenne auf den Satelliten. Am Abend wiederholt der sonntägliche Tatort den Stau auf der Mattscheibe in einem deprimierenden Drama. Die anschließende 90 Minuten Werbesendung von Anne Will für den Grünen Özdemir und den CDU-Schäuble dürften die meisten Zuschauer entnervt abgeschaltet haben. 


Mich führt mein Weg die schmale Wendeltreppe vom Schochenturm hinab. Die Treppe spottet aller heutigen Bauvorschriften. Die Stufen sind so schmal, dass zwei Personen nicht aneinander vorbei gehen können.



Noch ein Blick vom Schochenturm auf das liebenswerte Städtchen Besigheim.



Der geschnitzte Altar in der evangelischen Stadtkirche ist eine weitere Kostbarkeit in Besigheim.



Das Steinhaus, so heißt das Gebäude, neben dem Schochenturm haben ebenfalls ferne Vorfahren aus dem Mittelalter gebaut. Die Stangen vor dem Haus dienen als Windorgel, die an diesem Windstillen Sonntag schweigt.



Jedes Fachwerkhaus zeigt mit seinem individuellen Gesicht.


Das Dreigiebelhaus schmückt den Rathausplatz.


Beherrschend thront das Rathaus über dem Platz.



Die Werbetafel verweist auf Hygieneartikel. Die Bedeutung von "Drogen" war eine andere als heute.



In diesen Gassen flanieren Fußgänger weitgehend ungestört von Autos.



In Besigheim mündet das Flüßchen Enz in den Neckar. Im Hintergrund winden sich Weinreben an den Hängen der Sonne entgegen.



Wer sich Überblick verschaffen will, kann in Besigheim auch auf den Waldhornturm steigen.



Montag morgen: Der Mond geht unter, die Sonne geht auf. Das Stromkabel ist eingerollt. Nach dem Morgenkaffee geht es zum nächsten Ziel.



Die Fahrt geht etwa 70 Kilometer weiter zum Caravanpark in Speyer.



Obgleich mich der Stellplatz in Besigheim für nur 7,50 Euro mit einer starken WiFi-Verbindung verwöhnt hat, geht der Weg weiter. Eine Radtour wäre reizvoll, doch es ziehen Regenwolken auf. Der Herbst rückt näher. Es liegen längere Strecken Richtung West vor mir.


Speyer





Der Caravanpark liegt neben dem Technik-Museum. Diese russische Luxuslimousine wäre ein weiteres Schmückstück im Museum. Doch mein Freund Sergej aus Novosibirsk schickt auf Facebook ein Bild dieses prächtigen Oldtimers. Er schreibt dazu:

 This is ZIM (in Russian) or GAZ-12, it was made at the Factory of Molotov (in an effect Gorky Automobile Factory - GAZ) from 1949 to 1959, 21 527 copies were released. It was the first car in the Soviet Union with three rows of seats in a unit body and with hydromechanical transmission.



Zurück nach Speyer zum technischen Museum: Hinter den Zäunen stehen Exponate, welche in keine Halle passen.



Die Antonov ist so riesig, dass erst aus weiterer Entfernung die ganze Spannweite auf das Bild passt.


Vom Kernkraftwerk Philippsburg stammt diese Turbine, die 1995 eine verbesserte Turbine ersetzt hat. Später folgt ein Bild von den Kühltürmen des Kraftwerks vom Domturm in Speyer aus gesehen.



Die Tafel erklärt technische Daten zu der 190 Tonnen schweren Turbine. Mir steht nicht der Sinn nach dem Technik-Museum. Mich zieht es zum Dom.



Die Werbung von Aldi greift satirisch den Wahlrummel auf, der noch bis zum 24. September nervt.



Mehr als Wahl und Werbung fasziniert mich unser Welterbe: Der Dom in Speyer.



Hier holen mich wieder üble Fakten ein, welche informierte Zeitgenossen schon von LIDL kennen. Hier beachte man das Bildschirmfoto von Googlemaps. Der Autor schreibt dazu:

habe gerade Dom zu Speyer gegoogelt, siehe hier, und keine Kreuze am Dom entdeckt. Da fehlen tatsächlich die Kreuze. Gehe mal auf Google Maps, Google Earth und suche Dom zu Speyer,  dann verschiebe die Ansicht, da fehlen tatsächlich die Kreuze.

Momentan fehlen mir zum einen an den meisten Camps und Stellplätzen in der digitalen Wüste von Buntschland WiFi-Verbindungen, zum andern macht mich die Auswegslosigkeit der Entwicklung manchmal sprachlos.



Auch als Atheist lässt sich die bald 1000jährige Geschichte dieser Kathedrale fühlen. Mich hat die Stunde im Dom und auf dem Domturm tief beeindruckt.




Der bayrische König ließ den Dom ausmalen. Wiki schreibt:
1846–1853 schufen die Maler Johann von Schraudolph und Joseph Schwarzmann im Auftrag Ludwig I. von Bayern Fresken im Nazarener Stil.
Nach dem Krieg fanden Experten diese Großgemälde kitschig. So fielen die meisten Werke der Renovierung zum Opfer. Einige der großformatigen Werke restaurierten die Fachleute im Kaisersaal über dem Dom.



Mein Blick vom Domturm schweift Rhein aufwärts. Die Kühltürme vom Kernkraftwerk Philippsburg fabrizieren Strom und Wasserdampf, der als Wolkenfahne hochsteigt. Die gewaltige Turbine war zuvor am Technischen Museum zu bewundern.


Über den Rhein surrt ein kleine einmotorige Maschine. Diese schweben fast lautlos direkt hinter dem Caravan-Stellplatz am Technik-Museum ein.



An diese Aussicht über das Kirchenschiff, die Kirchtürme, den Rhein und die bewaldete Hügellandschaft denkt man lange und gern zurück.



Das romanische Bauwerk ist in Größe und Alter einzigartig.



Man überblickt die Fußgängerzone von Speyer, durch die später ein Polizeiwagen mit Blaulicht und Sirene fährt. 


Die Zeiten sind so, dass mittlerweile jeder Polizeieinsatz mit Blaulicht und Sirene in den meisten Menschen ein gespannte Unruhe hinterlässt.



Wikipedia weist für Speyer ein Kapitel mit Sakralbauten aus. Nach dem Besuch im Dom entspannt mich eine Stadtour mit dem Fahrrad.



Die Sonne verstärkt am späten Nachmittag die farbigen Kontraste.



Das Schild beschreibt, was man sieht: "Dom zu Speyer Weltkulturerbe"


Mit einem Blick auf den Rhein schließt mein kleiner Ausflug durch Speyer.

Mit einigen Pausen lassen sich die 588 Kilometer von München nach Trier entspannt bewältigen. Acht Stellplätze in Deggingen, Bad Überkingen, Besigheim, Schönenberg-Kübelberg und Trier haben meine Reisekasse für Übernachtungen mit Strom um bald 70 Euro erleichtert. Den Luxus von Duschen boten mir das Caravan-Camp Speyer und der Reisemobilstellplatz Treviris in Trier. Unvergesslich dabei bleibt die Thermalbadbrühe und Sauna in Bad Überkingen.


Von München aus schafft man es in einer Woche, über Luxemburg nach Frankreich zu fahren. Die Station Kaiserlautern hat mir nach Speyer nicht gefallen. Mein Campingführer lockt mich 35 Kilometer weiter nach Schönenberg-Kübelberg zu einem einsamen, schönen Stellplatz.

Frankenstein - Trier

Das Navi schlägt von Speyer nach Kaiserslautern einen schnellen Weg von 70 Kilometern vor. Der 15 Kilometer kürzere Weg führt über die Dörfer, eines davon heißt Frankenstein.


Ein hübscher Waldlehrpfad führt zur Burg Frankenstein. Ziegen weiden auf dem Hang, dass kein Gestrüpp oder Bäume den Blick auf die Ruine verwehrt.


Das hübsche Haus in Frankenstein zwischen Bahn und Straße will sein Besitzer verkaufen. Die Verhandlungsbasis von 65.000 Euro lässt das uralte Anwesen wie ein Schnäppchen erscheinen, wenn jemand das Haus selber renovieren kann.


Eine andere Hütte in Frankenstein verfällt langsam, wenn kein Käufer es rettet.


Mittlerweile kümmert sich der Staat darum, dass das Gemäuer der Burg Frankenstein nicht weiter verfällt.


Allerdings stört es die Stille in Frankenstein, wenn schwere Sattelschlepper durch die Dorfstraße donnern.



Die Turmuhr hat Mittag geschlagen. Es wird Zeit für ein geruhsame Pause in Frankenstein, bevor es weiter nach Kaiserslautern geht.


Zwei Stellplätze in Kaiserlautern gefielen mir nicht. Schönenberg-Kübelberg hingegen bietet mir einen ruhigen Stellplatz, den außer mir keiner nutzt. Nur die WiFi-Verbindung zum Hotel und dem Platzbetreiber namens Jungfleisch schickte kein einziges Byte. Dafür schüttelte Herbstregen mit starken Böen an meiner wackeligen Klause. 


Auf diese klassische Camper-Idylle scheint die letzte Nachmittagsonne an diesem Reisetag, der in ruhiger Einsamkeit ausklingt.



Wenn die holländischen Biker ihr Zelt aus Kisten und Kästen packen und aufbauen, müssen sie sich auf eine stürmische Nacht bei Regen und Kälte gefasst machen.



Meine rollende Stube ist wohlig warm. Mein SAT-TV lässt Russia Today jubeln, dass Erdogan das russische Raketensystem kauft. Für verweigerte Waffenexporte aus Buntschland springen sofort andere Anbieter bereitwillig in die Bresche.

Anderntags werden Regen und Böen immer heftiger. Der Scheibenwischer steht auf den 100 Kilometer nach Trier nicht still. Der Sturm fordert in Norddeutschland erste Opfer. Gegen 10.00 Uhr bietet mir der Großstellplatz Trier in den Moselauen alle Annehmlichkeiten, die mir den Aufenthalt dort angenehm machen: SAT-TV, Internet, Sanitäranlagen mit Duschen. Als der Regen nach dem Mittagessen aufhört, steht einem ersten Stadtbummel nichts mehr im Wege.



Der Moselradweg führt mich über die Römerbrücke direkt in die Stadtmitte. Wiki über Trier:
Die Römischen Baudenkmäler in Trier, bestehend aus Amphitheater, Barbarathermen, Kaiserthermen, Konstantinbasilika, Porta Nigra, Römerbrücke, Dom sowie die Liebfrauenkirche und der Igeler Säule vor den Toren der Stadt, zählen seit 1986 zum UNESCO-Welterbe.




Als Erstes fällt mir dieses merkwürdige Bauwerk auf. Die Tafel erklärt Form und Funktion.


Auf einem zentralen Parkplatz, auf dem sich 50 bis 100 Autos drängen, fällt eine Stromsäule auf.


Dazu passen professorale Auslassungen, welche Polit-Darsteller mit dem zur Wahl auf allen Plakaten aufgesetzten Grinsegesichtern zumeist wegwischen.




Viele Leser kommentieren den Artikel im Schutz ihrer Anonymität voller Wut auf Merkel, Medien und Regierung. Dennoch ist Merkels Wiederwahl gesichert. Kein Wunder bei dem "Idiotenpöbel", um ein Wort nur aus den eingehenden Kommentaren zu dem Artikel aufzugreifen.


Wenn's nicht so traurig wäre, könnte man lachen!


Ein weiterer Professor, immerhin Leiter eines Fraunhofer-Instituts, relativiert den medialen Hype um die E-Mobilität.

Deutschland "hat fertich", aber sowas von fertig!


Sobald Internet-Daten wie im Camp Treviris MByte weise in den Speicher strömen, fällt mein Focus wieder und wieder auf Buntschland mit seinem "Idiotenpöbel". Das Gute in der Einsamkeit meiner Reisen: Man hat mit nichts und niemandem etwas zu tun!



Vermutlich steckt hinter diesen Angriffen eine verzogene Bürgerbrut, die sich gelangweilt aus elterlicher Vollversorgung in nächtliche Abenteuer stürzt.

Linksrotgrün versiffte Kampfparole auf einer Mauer in Trier

Dagegen sind Fehler in den Anzeigen bemühter, arbeitssamer Dienstleister verständlich und voll verzeihlich.  Linksversiffte Buntschland-Antifanten zerstören hingegen und fühlen sich gut dabei, von der Szene offen oder klammheimlich bewundert.







Die Menschen, die mit diesen Schildern werben, schaffen und mühen sich, arbeiten und bauen auf. Wie links-rot-grün versiffte Politprofis und -prominenz diese Menschen pampern, bringt Menschen, "die schon länger hier leben", zur Weißglut.



Volker ist alt genug, um ungeschminkt seine Meinung bei Facebook zu schreiben, die er als seine Wahrheit fühlt. Mit solchen Männern lohnt Freundschaft. Volker hat mich am 19. Oktober 1990 als Redakteur der damaligen DOS International, dem heutigen PC-Magazin eingestellt. Meine Kollegen von einst, mit denen mich Jahrzehnte gemeinsamer Arbeit verbunden hatte,  meiden mich mittlerweile wie der Teufel das Weihwasser.





Frau Özuguz mag hier für sich, ihre Partei und für die polemisieren, die uns Ungläubige dann wohl schlußendlich zu Scharia, Vielweiberei, zu Burka und uns bislang noch als barbarisch anmutenden Körperstrafen "zivilisieren". Fürwahr, wir leben in fröhlichen Zeiten!



Die fleißigen Handwerker mögen schreiben, wie sie es eben können. Doch wo Zeitungen Schlußredaktionen einsparen oder Anzeigetafeln bei der Bahn "Gepäck" mit "Gebäck" verwechseln, wenn Verantwortliche Sprache und Schrift im öffentlichen Raum so verhunzen und verheizen, hat Buntschland abgewirtschaftet!




Meine Ausflüge in die Datensümpfe der Deppenrepublik lassen mich in düstere Stimmung versinken.


Der Urnenpöbel jubelt noch, wenn die Zustände unerträglich sich zuspitzen. Nur noch wenige Schritte, bis der Urnenpöbel sich mit dem Idiotenpöbel verbündet und verbrüdert und brüllend durch die Straßen marschiert.

IM Kahane arbeitet daran, die Fahne hoch, die Reihen fest geschlossen zu halten.




Bevor die Idiotie der Urnenpöbel, die Naivität der Buntblödel meine Stimmung verdüstert,  geht es mit meinem Trierer Stadtbummel weiter.

"ÄRZTE OHNE GRENZEN" keilen vor dem Bankgebäude Kunden für Spenden. Mit Push und Pull geht es der Asylindustrie darum, ihre Klientel zu erhalten und Zuwach zu generieren.



Fehlende Sonne lässt Farben verblassen, doch die Formen allein sind schon sehenswert.

Auferstanden aus Ruinen herrscht wieder Friede im Land. Periodisch erschüttern Nachrichten von metzelnden Messermördern, Todesfahrern oder Bombenbastlern die Menschen. Unter großem Bohei der Medien stellen sich Professionelle in Szene und schwabern ihre vorgestanzten Sprechblasen in die Mikrofone, wie früher Menschen in aufgestellte Spucknäpfe rotzten.


 Die güldenen Lettern prangen noch im Giebel "DOMHOTEL". Im Geiste fortschreitenden Demokratisierung hat sich im noblen Bau McDonalds eingemietet.



Eisdiele, Schuhgeschäft und ein Telekom-Shop für Smartphones erhalten mit ihren Mieten die historische Bausubstanz der kunstvollen Fachwerkbauten.

Vor dem 2000 Jahre alten Wahrzeichen von Trier, der Porta Nigra, wartet der Rummelzug auf Touristen und gehfaule Rentner. Mir ist das grau schwarze Bauwerk noch gut als schwarzweiß Bild in meinen Lateinbüchern in Erinnerung.

Wißbegierige Menschen wollen die Geschichte sehen und fühlen.


Wen es nach mehr römischen Touch-and-Feel gelüstet, wird in der Touristinfo fündig: Ein Helm mit Federbusch oder die Büste irgendeines Politikers aus längst vergangenen Zeiten, vielleicht ein Kaiser sogar? Mir egal!

Merkwürdig: Ein einzelner Baum inmmitten von Steinen, umgeben von Mauern. Ob sich das Gewächs dort wohl fühlt?

Die trutzig wuchtige Architektur wirkt noch nach 2000 Jahren wie das Highlight der damaligen militärischen Supermacht.

Ein anderer Reisender hat es sich ermüdet vor dem noblen Hotel der Stadt an der Porta Nigra bequem gemacht.

Wie sich die Nachkriegsarchitektur der 60iger Jahre wohl in 2000 Jahren ausnimmt?

Links das kleine Gebäude mit Turm und Erker verschwindet förmlich neben dem Klotz der Geldwaschanlage für Betuchte, der Spielbank. Ein Touristenmagnet wie Trier mit seinen weltkulturellen Schätzen zieht die übersättigte Dekadenz seiner Besucher mit Sport, Spiel und Spannung auch Nachts in den Bann.

Während meines Besuches in dem alt ehrwürdigen Gemäuer tobt ein Bespaßungsevent mit zahlreichem Publikum in der Bühnenhalle. Ein als römischer Legionär verkleideter Mann formiert das Publikum in die Rolle römischer Soldaten und drillt die Leute mit lauten Kommandos.

Mir wäre Stille in meinen Drei-Wort-Tagen lieber, die sich auf die notwendigsten Wörter am Tage beschränken. Doch theatralische Publikumsbespaßung rechnet sich bei geringstem Aufwand für den Animateur.

Abschließend reicht meine Energie noch zu einem Besuch im Dom.


Wer stundenlang im kleinen Raum eines Wohnmobils sitzt, wobei vor der Windschutzscheibe sich zwar die Straße endlos ins Weite zieht, doch vor dem Bildschirm die Welt auf wenige Pixel zusammen schrumpft, der fühlt in solchen Hallen sich größer.


 Der Blick in die Kuppel symbolisiert wohl die Vorstellung von einem mit illustren Gestalten bevölkerten Firmament. Heute befriedigen solche Vorstellungen Fantasieen wie von Buntschlands Suche nach dem Superstar.



 "Kreuz und Krone": Das immer wieder und überall in all denkbaren Variationen durchgespielte Thema führt mit der goldenen Pforte in einen Raum stiller Andacht - verboten für Besucher. Doch sonst ist der ganze Bau als musealer Erlebnispark ausgestaltet und von täglich hunderten Besuchern benutzt und bewundert - mit Ausnahme unserer bekopftuchten Freund*Innen.

Im Unterschied zu den Artefakten auf Geisterbahnen wie derzeit wieder auf dem Münchener Oktoberfest verzichten diese Kunstwerke auf einen beweglichen Mechanismus. Dafür sind diese Werke aus dauerhafterem Material als vergleichbare Gestalten aus Hartplaste an Jahrmarktbuden. Doch die Einen wie die Andern beeindrucken uns.


Mit dem Marienkult hat sich die katholische Großsekte gegenüber ihrer protestantischen Konkurrenz einen Vorteil in gefühliger Ansprache erhalten. Dazu verschafft ihr der weltweit übertragene Super-Show-Star Papst einen weiteren propagandistischen Vorteil. Im Gegensatz zu den mit Zwangsgebühren finanzierten Hirnwaschanstalten der Öffentlich Unrechtlichen kann sich der Steuerzahler von der Gebührenzahlung für die Kult-Clowns abmelden, muss dann allerdings wohl auch auf seine Bestattung in "geweihter" Erde verzichten wie wohl auch auf die "letzte Ölung", um besser in das Totenreich zu flutschen.

Doch all diese lockeren lausigen Sätzchen dürfen den Leser nicht darüber hinweg täuschen, dass es mich immer wieder an Orte dieser menschlichen Kraftanstrengung zieht, auf eine Ziel gerichtete Energie, einem gewaltigen Ordnungsfaktor im Zusammenleben der Menschen. Dank Google lässt sich heute jedes passende Zitat aus den digital nicht mehr verstaubenden Bibeln fischen.
Darum sage uns, was dünkt dich: Ist es erlaubt, dem Kaiser die Steuer zu geben, oder nicht?
 Als aber Jesus ihre Bosheit merkte, sprach er: Ihr Heuchler, was versucht ihr mich?
Zeiget mir die Steuermünze! Da reichten sie ihm einen Denar.
Und er spricht zu ihnen: Wessen ist das Bild und die Aufschrift?
Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da spricht er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!

Jesus merkte die Bosheit dieser auf Steuerflucht sinnenden Sünder. Heute fehlt dieser korrigierende Jesusfaktor, mehr noch fehlen Steuerprüfer, die ein Vielfaches von dem eintreiben, was sie kosten.

Marx Museum

Ein glücklicher Zufall führt mich noch ins Marx Museum. Denn am morgen Freitag, den 15.9. ist für sieben Monate der letzte Tag, weil dann das Museum sieben Monate wegen Umbauarbeiten geschlossen bleibt.

Als fleißiger Blogger und rastlos Reisender verdient man sich ein oppulentes Büffet beim Chinesen Lee Peng in der Fußgängerzone. Mit dem Fahrrad ist man schnell am schönen Stellplatz, um im Sonnen gewärmten Auto ein Stündchen zu ruhen.



Das Karl Marx Museum kann man dann mit frischen Kräften besichtigen.  Das ist also nun das berühmte Geburtshaus von Meister Marx. Man läuft leicht daran vorbei, wenn man die unscheinbare Tafel neben dem Eingang übersieht.


Alte Erinnerungen an wilde 68iger Jahre gehen mir durch den Kopf. Die preiswerten DDR Bücher mit den Werken von Marx, Engels und Lenin gingen damals in der linken Szene weg wie warme Semmeln. Die freche Schreibe der alten Meister hat uns damals begeistert.




Die erstaunliche Lebensgeschichte von Marx erklärt das Museum mit einem elektronischen Führer genau. Eine zeitraubende Belehrung vor den Exponaten, für die sich die Stunden lohnen.


Die freundliche Dame an der Kasse erlaubt es mir, morgen mich beim alten Marx weiter umzusehen.



Dies erscheint mir wie eine glückliche Fügung, denn dann schließt das Marx Museum wegen Umbauten für sieben Monate.

Doch zunächst endet dieser Blog-Bericht mit einigen erbaulichen Netzfunden von Facebook, die ganz im Sinne des toxischen Narrativs die Einen lachen, andere nach Zensur fordern lassen.



Es waren traditionell immer vier Affen. Der vierte Affe bedeckte mit seinen Pfoten sein Geschlecht. Weil diese Symbolik die Eltern ihren Kindern schlecht erklären konnten, beschränkte man sich später auf drei Affen.



Die fröhliche Werbung für oder gegen die AfD ist in zwei Wochen dann Vergangenheit. Dann sitzen die AfD-Abgeordneten im Parlament, deren Arbeit dort uns weitere Fakten vermitteln dürfte, welche den staatlich gesponserten Journalisten einige harte Nüsse zu knacken geben.




Immerhin zeigt selbst schon ein FAZke, der in Redaktion wohl Narrenfreiheit genießt, deutliche Bruchlinien auf - allerdings auf einem ausgefuchsten hohen Niveau, dass der gemeine Buntblödel überhaupt nicht begreift, worum es denn geht.



Na, so ist es denn auch, wie unser geschätzter Don Alphonso wortgewandt und Kenntnis reich ausführt, der meine Kommentar allerdings in seinem Forum zensiert. Anders mein Freund, unser Freund, der Unvergleichliche größte lebende Dichter in Buntschland zur Zeit, der Kleine Akif!


 

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2 comments:

Volker Everts said...

Klasse Blog, Klasse Bilder... nur ein Tipp: Vielleicht sollte man Reisebericht und Politik trennen, nur so eine Idee. Oder ist das Absicht so?

Markus Anderwald said...

Jedes Mal eine Freude diesen politischen Reiseblog zu durchstoebern, dachte die Generation 60-80 sei komplett dem Nachkriegsgehirnwasch zum Opfer gefallen, mancher gewinnt im Alter sein eigenstaendiges Denken jedoch zurueck - oder hatte er es bis jetzt nur gut versteckt?